Tour de Guadeloupe

Die Tour de Guadeloupe Rundfahrt, auf dem französischen Überseedepartement in der Karibik, ging nach 9 Tagen mit insgesamt 11 Etappen zu Ende. 130 Starter nahmen das schwere Rennen auf, gerade mal 90 Fahrer sahen am Ende das Ziel. Auf der ersten Etappe verlief noch alles so, wie Stephan Duffner es sich vorgestellt hatte. Kurz vor dem Ziel setzte er zur Attacke an und erarbeitete sich ein kleines Loch zum Feld, aber die Sprinterteams kannten kein Pardon holten ihn wieder ein und trotzdem schaffte es Duffner noch auf den 10. Platz. Am zweiten Tag hatte er kurz vor einer der zahlreichen Bergwertungen einen Vorderraddefekt und mußte lange auf das Begleitfahrzeug warten. So schaffte er den Anschluss an das Feld nicht mehr und er mußte 80 Kilometer solo zurücklegen. Da hieß die Devise nur noch ankommen im Zeitlimit, er schaffte es und blieb im Rennen. Die zweite Halbetappe an diesem Tag war ein Bergzeitfahren, was nicht unbedingt zu den Stärken Duffners zählt. Pünktlich zu seinem Start kippte das Wetter und es begann zu regnen. 300 Meter vor dem Ziel gab es noch eine kleine Abfahrt. Die durch den Regen bedingte Bremsverzögerung führte zu einem Sturz. Verletzungen an den Handflächen und der rechten Seite waren die Folge, aber er konnte noch ins Ziel fahren. Am dritten Tag gab es mit den Verletzungen vom Vortag nur eine Devise irgendwie ankommen, was ihm gelang. Auch am vierten Tag ging es nur um das sportliche Überleben. Mit einem Teamkollegen schaffte er es trotz der Schmerzen an Hand und Schulter in der Karenzzeit zu bleiben. Auch am fünften Tag hieß es sich über 150 Kilometer zu quälen. Auf der 7. Etappe lief es dann wieder etwas besser und er konnte zumindest 2/3 der 160 Kilometer langen bergigen Etappe im Feld fahren und er kam mit den Verfolgern ins Ziel. Am 8. Tag gab es erneut zwei Halbetappen. 100 Kilometer am morgen liefen für Duffner sehr gut, aber das Pech blieb ihm treu. Bei einem Massensturz kurz vor dem Ziel konnte er nicht mehr ausweichen und beim Crash mit den vor ihm liegenden Rädern holte er sich einen Platten, so dass er einige Hundert Meter ins Ziel laufen mußte. Beim Zeitfahren am Nachmittag waren er und seine Teamkollegen chancenlos, da sie aus Transportgründen keine Zeitfahrräder dabei hatten. Auf der letzten Etappe war es mit der Motivation nicht mehr allzu gut bestellt, da er sich mit den Geschehnissen zuvor einfach zuviel Zeitrückstand eingehandelt hatte. Grund zur Freude für die Mannschaft war der Tagessieg von Teamkollege Peschges. Ein tolles Radsporterlebnis, leider getrübt durch Sturz und Defekte, fand mit diesem Sieg in landschaftlich und klimatisch anderen Bedingungen ein durchaus versöhnliches Ende.

Nachtrag: Der Sturz stellte sich als schwerwiegender heraus als zunächst angenommen. Stephan Duffner brach sich den Oberarmkopf. Seine Saison ist damit leider vorzeitig beendet.